So wenig es sich die meisten von uns eingestehen möchten, aber in manchen Lebenssituationen wächst uns gefühlt alles über den Kopf. Die Welt um uns empfinden wir grau und unberechenbar, teilweise sogar bedrohlich. Das Aufstehen fällt uns schwer, weil der Tag fast nicht zu bewältigen zu sein scheint. 

Manchmal ist der Grund dafür ein Ereignis wie z.B. der Verlust des Arbeitsplatzes oder eines nahestehenden Menschen, eine Pandemie, eine Krankheitsdiagnose, ein Umzug. 

Manchmal ist es anhaltender Stress, der unsere Reserven aufbraucht, sei es im beruflichen Umfeld, durch andauernde Belastungen innerhalb der Familie, oder schlimmstenfalls beides zugleich. Manchmal kommt dieser Zustand aber auch „gefühlt“ aus dem Nichts…

Anzeichen dafür, dass eine Therapie notwendig wird:

  • Ängste und Panikattacken
  • Sorgen
  • negative Gedanken
  • ständiges Grübeln
  • Überforderung und Erschöpfung
  • Selbstzweifel
  • Schlafstörungen
  • innere Unruhe
  • medizinisch unbegründete körperliche Beschwerden

Dies alles sind Zeichen unseres Nervensystems, dass unsere Psyche aus dem Gleichgewicht geraten ist und unsere Selbstregulierungsmechanismen aktuell nicht mehr funktionieren. Je länger dieser Zustand anhält, umso weniger geht das sich wieder regulieren „von selbst“. Doch die meisten Menschen verlangen sich genau dies ab, auch wenn die Kraft für die alltäglichen Dinge schon kaum mehr reicht. Die Scham darüber, psychisch angeschlagen zu sein, ist einfach zu groß.

Doch die Wunden in unserer Psyche sind manchmal sprichwörtlich etwas zu tief, um gut und störungsfrei zu heilen. Oder in einem anderen Bild zu sprechen: der Akku ist irgendwann so schwach, dass er sich schneller entlädt, als er sich wieder aufladen kann. Stress, innere Zerrissenheit, Energiemangel sowie Orientierungs- und Hilflosigkeit rauben Kraft und machen früher oder später krank. In diesen Fällen braucht es etwas Unterstützung von außen. 

Systemische Therapie

Viele wissen gar nicht, dass es verschiedene Therapieformen gibt. Die systemische Therapie ist eine davon. 

In diesem Ansatz sehen wir den Menschen nicht als isoliertes Wesen, sondern als Teil eines ganzen Systems. Deshalb betrachten wir immer das gesamte soziale Umfeld, z.B. Familie, Partnerschaft, Team oder andere Beziehungssysteme. Die Wechselwirkungen zwischenmenschlicher Beziehungen werden intensiv in Augenschein genommen.

Probleme entstehen oft durch festgefahrene Muster und Prägungen, die durch das Beziehungsgeflecht und dessen Rollenverteilung entstanden sind. 

Das Ziel dabei ist, neue Sichtweisen und Handlungsoptionen zu schaffen, damit das System wieder flexibler und gesünder funktioniert.

 

Kausalstellen

Kausalstellen ist eine lösungsorientierte Art der Aufstellungsarbeit innerhalb der systemischen Therapie, die klassisches, systemisches Familienstellen mit Reinkarnationstherapie kombiniert. Wichtig dabei ist, dass die Ursache, die „Kausa“ aufgedeckt wird, damit das Problem am Ursprung gelöst werden kann.

Bei wiederkehrenden Mustern und tief verwurzelten Glaubenssätzen ist der Ursprung aber oft nicht bewusst. Dies kann transgenerational aus dem Familiensystem an uns weitergegeben worden sein, oder wir haben etwas selbst traumatisch in einem nicht mehr bewusst erinnerbaren Alter erlebt (pränatal oder in der ganz frühen Kindheit), oder wir haben es bereits als Rucksackthema in dieses Leben mitgebracht. Auf all diesen Ebenen kann der Ursprung unserer heutigen Probleme liegen.

Da wir in der Gruppe mit Stellvertretern sowohl „das Muster/die Glaubenssätze“, „das Weil“ (die Kausa) als auch „das, was es braucht“, um das persönliche Ziel zu erreichen, aufstellen, werden wir in der Arbeit auf die Ebene geführt, auf der das Problem entstanden ist. Dort wird symbolisch alles Belastende zurückgegeben und das, was gefehlt hat, zurückgeholt. Somit kann ein neues inneres Bild entstehen. 

Beispielhafte Themen, die sich gut für eine Kausalaufstellung eignen:

  • Beziehungsprobleme oder Probleme innerhalb der Familie
  • Probleme der Kinder
  • Unerklärliche Ängste und Blockaden
  • Wiederkehrende Themen („warum passiert mir … immer wieder?“)
  • Geld und Beruf
  • Körperliche Symptome und Beschwerden
  • u.v.m.

Vor einer Kausalaufstellung führen wir in einem Einzeltermin ein ca. einstündiges Anamnese Vorgespräch, in dem wir gemeinsam Ihr Anliegen und Ihr gewünschtes Ziel griffig herausarbeiten. Die Aufstellung selbst findet dann in der Gruppe an einem der Aufstellungstermine statt.

 

Psychodrama / Monodrama

Psychodrama - in der Einzelarbeit spricht man von Monodrama - ist ein weltweit anerkanntes, humanistisches Therapieverfahren. Es ist eine spielerische Methode, unsere Innenwelt sichtbar, anfassbar und auch modellierbar ins Außen zu bringen („The Inner World Outside“). Jacob Levi Moreno, Psychiater, Psychotherapeut und Begründer des Psychodramas, umschrieb es mit den Worten: „die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründen“.

Im Einzelsetting nutzen wir dafür Symbole, Stühle, Kissen, Papier und vieles mehr, um szenisch Ihr Innenleben und Ihre eigene, ganze Rollenvielfalt zu ergründen und zu erweitern. Da wir als Menschen ursprünglich bildhafte Wesen sind, lässt sich somit vieles besser ausdrücken, was mit Worten gar nicht so leicht zu benennen ist. Eine Arbeit kann auf einer kleinen Tischbühne stattfinden, oder im gesamten Raum auch körperlich erfahren und abgespeichert werden. 

Traumatherapie mit EMDR

„Trauma ist nicht das, was dir passiert ist. 
Es ist das, was in dir passiert, als Folge dessen, was dir passiert ist” 

Dr. Gabor Maté

Trauma hat viele Gesichter. Die meisten denken bei diesem Begriff an schwerwiegende, katastrophale Ereignisse wie Umweltkatastrophen, schwere Unfälle, körperliche oder sexuelle Gewalt, etc.

Aber traumatisches Erleben kann auch viel leiser und subtiler sein. Eine Situation wird als traumatisch erlebt, wenn wir ihr hilflos ausgeliefert sind. Für Kinder geschieht das sehr schnell (das kann die Spritze beim Arzt sein oder ein Hund, der plötzlich zuschnappt). 

Dann kippt unser Nervensystem in den „Überlebensmodus“, was heißt, dass nur noch wenige, bestimmte Reflexe als Handlungsoption übrigbleiben. Unser Gehirn schaltet die für eine ganzheitliche Verarbeitung wichtige Gehirnareale einfach ab. Das bedeutet, dass das traumatische Erlebnis nicht als beendet und „überlebt“ abgespeichert wird, sondern in unserem Nervensystem als latent vorhandene Bedrohung weiter schwelt. 

Kleine, triggernde Reize im Außen, bringen das ganze hilflose Erleben in Sekundenschnelle wieder zum Vorschein.

Symptome für die Folgen von erlebtem Trauma können sein:

  • Ängste (oft nicht rational nachvollziehbar)
  • Vermeiden von Trigger auslösenden Situationen (z.B. bei Hundephobie wechseln der Straßenseite etc.)
  • Überreaktionen in bestimmten Situationen (z.B. Herzrasen, Schweißausbruch, Zittern, Wutausbruch)
  • Ständige innere Unruhe
  • Ständiges auf „Hab acht“ sein
  • Sprachlosigkeit in bestimmten Situationen („vor Schreck die Sprache verschlagen“)
  • Reizbarkeit
  • Unkontrollierbare Wut
  • Neigung zu Suchtverhalten (Alkohol, Drogen etc.)
  • Schlafstörungen und Alpträume
  • Sozialer Rückzug und Probleme in Beziehungen und Sexualität

 

Was ist EMDR?

Die heutige Traumaforschung hat festgestellt, dass alleiniges Sprechen über die belastende Situation nicht sehr erfolgversprechend ist. 

Sehr viel bessere Ergebnisse wurden mit EMDR erzielt. Diese Methode mit dem unaussprechlichen Namen EYE MOVEMENT DESENSIZITATION & REPROCESSING (was so viel heißt wie „durch Augenbewegung unempfindlich machen und neu vernetzen“) bringt in vielen Fällen erstaunlich schnelle, gute Resultate.

Dabei wird ausgehend von der belastenden Situation das Gehirn beidseitig so angeregt, dass das Erleben nachträglich mit allen wichtigen Gehirnregionen vernetzt werden kann, wodurch es zu einem abgeschlossenen, ganzheitlichen Ereignis abgespeichert wird. Unser Nervensystem erkennt diese Geschichte als „beendet“ an.

Oftmals reichen nur wenige Sitzungen, um gute und nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Es gibt viele Wege heraus aus der vermeintlichen Sackgasse.

Gerne begleite ich Sie dabei, diese Wege zu entdecken. Schreiben Sie mir, um den ersten Schritt zu gehen.

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